← Zur Übersicht
    Use Case

    Vom Excel-Plan zum kritischen Pfad: Wie ein Sondermaschinenbauer seine Projekte on-premise steuert

    Die Projektplanung steht in Excel, der tatsächliche Stand verteilt sich auf SAP, PLM, Teams und die Listen der Fachabteilungen. Ein Sondermaschinenbauer mit rund 100 Millionen Euro Umsatz führt beides mit OPAIRS zusammen: Soll und Ist werden abgeglichen, der kritische Pfad wird sichtbar, und die KI leitet Empfehlungen ab. Das Ergebnis: bis zu 10 % weniger Projektstunden und bis zu 15 % weniger Suchzeit. Die Daten bleiben dabei vollständig im eigenen Haus.

    Schema: Excel-Planung, SAP, PLM, Microsoft Teams und Tracking-Tools fließen innerhalb des internen Firmennetzwerks in den OPAIRS Data Lake mit Knowledge Hub, BI-Dashboard und KI-Agent
    Fünf Quellen, ein Projektbild: Projekt-Dashboard und Agent OPAIRview im Einsatz, alle Daten laufen on-premise im OPAIRS Data Lake zusammen.

    Im Sondermaschinenbau gleicht kein Projekt dem anderen. Jede Anlage wird für einen Kunden konstruiert, beschafft, gefertigt, montiert und in Betrieb genommen, und an jedem dieser Schritte hängen andere Abteilungen, andere Systeme und andere Lieferanten. Wer wissen will, ob ein Liefertermin hält, muss all diese Stände zusammentragen. Genau das hat ein Sondermaschinenbauer mit rund 100 Millionen Euro Umsatz gemeinsam mit OPAIRS automatisiert, von der Analyse vor Ort bis zum produktiven KI-System.

    Ausgangslage: ein Projekt unter Pönale

    Auslöser war ein Projekt mit Vertragsstrafe, dazu kamen Fachkräftemangel, ein steigender Reportingaufwand und die Vorgabe, die Lieferzeit um 10 % zu verkürzen. Gleichzeitig war der Status einer Maschine nirgends vollständig sichtbar: Auftragsabwicklung, Einkauf, Entwicklung und Fertigung kannten jeweils nur ihren eigenen Ausschnitt.

    Jede Fachabteilung führte eigene Listen in Excel, MS Project oder auf Shopfloor-Boards. Die Termine in SAP waren zwar eingetragen, aber nicht an den Project Execution Plan (PEP) angepasst. Bei Stücklisten mit mehr als 40.000 Teilen über neun Stufen war eine durchgängige Nachverfolgung über alle Ebenen kaum möglich.

    Analyse: den echten Prozess verstehen

    Bevor etwas digitalisiert wurde, haben wir den Prozess im Rahmen eines Interimsmandats direkt im Werk und am Shopfloor aufgenommen: Schritt für Schritt von der Konstruktion über den Einkauf bis zur Montage und Anlagenabnahme, so wie er tatsächlich abläuft und nicht so, wie er auf dem Papier steht. Die wichtigsten Schwachstellen:

    • Fünf Systemwelten mit Medienbrüchen: SAP, Excel, MS Project, PLM und Shopfloor-Boards – Daten werden umkopiert und driften auseinander
    • Termin-Gap: SAP-Termine sind nicht an den PEP angepasst, die Fachabteilungen planen parallel
    • Software-Vorbereitung ohne Bezug zu den Projekt-Meilensteinen: Ihr Fortschritt ist nicht mit dem Gesamtplan verzahnt
    • Acht Rückschleifen: dreimal Änderungsprozess zwischen Konstruktion und Montage, fünfmal Fehlersuche in der Inbetriebnahme
    • Inbetriebnahme als Engpass: Hier fallen die meisten Rückschleifen und die längsten Aufgaben mit 30 bis 57 Tagen an
    • Doppelerfassung und mehrere parallele Listen offener Punkte in der Abnahme

    Die Datenquellen

    • Soll-Planung in Excel: Projektterminplan auf Modulebene, Soll-Termine für das Design-Release und der interne Produktionsplan
    • SAP S/4HANA: Stücklisten, Fertigungsaufträge und Bestellungen
    • PLM: Konstruktions- und Freigabestände von Draft bis Released
    • Microsoft Teams und Planner: Aufgaben, Abstimmungen und Entscheidungen
    • Dokumente: Änderungen als PDF, Wiki-Seiten und Protokolle
    • Schattenquellen der Fachabteilungen: MS Project, Shopfloor-Boards, Abnahmelisten und Papierformulare

    Wichtig für die Akzeptanz: Niemand musste sein Werkzeug wechseln. Die Planer arbeiten weiter in Excel, Einkauf und Fertigung weiter in SAP, die Konstruktion weiter im PLM. OPAIRS liest diese Quellen automatisiert ein und führt sie zusammen, statt sie zu ersetzen. Datenlücken wurden in der Analyse identifiziert und gezielt geschlossen.

    Pilot: der Data Lake als Single Point of Truth

    Im Pilotprojekt landeten SAP-Exporte, Produktionsplan, Stücklisten und Dokumente automatisiert und strukturiert in einem eigenen Data Lake beim Kunden. Auf dieser gemeinsamen Basis arbeiten Regeln und KI-Modelle, die Ergebnisse erscheinen ohne manuelle Zusammenstellung im Dashboard. Der erste Quick Win: ein Single Point of Truth, der den Reportingaufwand im Projektmanagement sofort reduziert hat.

    So arbeitet OPAIRS im Projekt

    Schematischer Soll-Ist-Vergleich als Balkendiagramm: Soll-Balken aus Excel und Ist-Balken je Arbeitspaket, farbig markiert nach im Plan, Verzug und fehlendem Material
    Soll aus Excel gegen Ist aus SAP, PLM, Teams und Tracking-Tools (schematische Darstellung).

    Soll-Ist-Abgleich je Arbeitspaket

    OPAIRS legt die Soll-Planung neben den Ist-Stand aus allen angebundenen Systemen. Für jede Maschine wird sichtbar, an welchem Punkt im Gesamtprozess sie hängt: an einem Bauteil, einer Bestellung oder einem Fertigungsschritt. Abweichungen werden automatisch gemeldet, bevor sie den Zeitplan gefährden, statt in Besprechungen zusammengetragen zu werden.

    Schematischer Netzplan mit hervorgehobenem kritischen Pfad von Konstruktion über PLM-Freigabe, Bestellung Zukaufteile und Endmontage bis Inbetriebnahme, parallel kritisch die Software-Vorbereitung, daneben Pakete mit Puffer
    Kritischer Pfad ohne Puffer, daneben Arbeitspakete mit Reserve (schematische Darstellung).

    Den kritischen Pfad erkennen

    Aus dem Abgleich ermittelt OPAIRS den kritischen Pfad des Projekts: die Kette von Arbeitspaketen ohne Puffer, die den Endtermin bestimmt. Neben der Kette aus Konstruktion, Freigabe, Bestellung, Endmontage und Inbetriebnahme läuft auch die Software-Vorbereitung ohne Puffer und ist damit parallel kritisch. Die Projektleitung sieht auf einen Blick, welche Verzögerungen den Liefertermin tatsächlich gefährden und welche noch Puffer haben.

    Management-Report von OPAIRview: Management Summary, Empfehlung, Ampelverteilung über neun Phasen, Phasen-Status-Tabelle mit Soll, Ist, Erfüllung, OK und NOK sowie die größten Rückstände je Modul
    Management-Report mit Phasenstatus, Rückständen und Empfehlung, anonymisiert nachgebaut.

    Management-Report mit Empfehlungen

    Auf Knopfdruck erstellt der Agent OPAIRview einen Management-Report: Ampelstatus je Phase, Soll und Ist, die größten Rückstände je Modul und eine Management Summary mit konkreter Empfehlung, etwa einen Ressourcen-Kick-off für die Endmontage oder zusätzliche Kapazität für die Software-Freigabe. Für Details fragt die Projektleitung im Chat nach, zum Beispiel zu einer SAP-Nummer, und bekommt Bestellungen, Wiki-Seiten und Dokumente dazu, sodass jede Aussage auf ihre Quelle zurückführbar bleibt.

    Weitere Anwendungen im Fertigungsalltag

    • Montage-Assistent: Zeichnungen, Anweisungen und Dokumente in Sekunden statt Minuten, direkt am Arbeitsplatz
    • Automatisierte Gap-Erkennung: Abweichungsmonitoring je Phase des Geschäftsprozesses mit automatischen Meldungen
    • Automatisierung im Hintergrund: Neue Projekte werden aus einer Vorlage angelegt, nach Freigabe durch den Nutzer erstellt und auf Datenfehler geprüft; Dokumente werden je Projekt automatisch verarbeitet

    Weil alle mit derselben Datenbasis arbeiten, wurden Besprechungen zu Lösungsrunden statt zu Runden der Datenbeschaffung.

    Ergebnis: gemessen, nicht geschätzt

    Getestet wurde mit echten Nutzern im Arbeitsalltag, zunächst in ausgewählten Abteilungen und mit kurzen Feedback-Zyklen. Gemessen wurde über die ERP-Stunden im Projekt, vor und nach der Einführung:

    • Bis zu −10 % Projektstunden
    • Bis zu −15 % operative Suchzeit und Reportingaufwand
    • Mit dem gewonnenen Budget konnte ein eigener Data Analyst eingesetzt werden, der mehrere Projekte gleichzeitig konsolidiert

    Architektur: Datenhoheit by Design

    Schematisches BI-Dashboard mit Filtern für Projekt, Baugruppe, Abteilung und Zeitraum, Kennzahlen −10 % Projektstunden und −15 % Suchzeit, Fortschritt je Abteilung und Soll-Ist-Verlauf
    Eigenes BI-Dashboard auf dem On-Premise-Data-Lake, frei filterbar (schematische Darstellung).

    On-Premise-Data-Lake und eigenes BI-Dashboard

    Die Basis bildet ein Data Lake, der on-premise beim Kunden läuft. Keine Kunden- oder Projektdaten verlassen das System oder das interne Firmennetzwerk – weder für die Auswertung noch für die KI, und es gibt keine Abhängigkeit von externen Diensten. Visualisiert wird alles in einem eigenen BI-Dashboard, das sich nach Projekt, Baugruppe, Abteilung oder Zeitraum filtern lässt. Werkstatt, Abteilungsleitung und Geschäftsführung sehen jeweils ihre Sicht auf dieselbe Datenbasis.

    Ausblick: Jedes Projekt macht das nächste klüger

    Schema: unstrukturierte Quellen wie Excel-Listen, Bestellungen, Notizen, Teams-Protokolle, Dokumente und Wiki-Seiten fließen in den OPAIRS Knowledge Hub, der Projektsteuerung, Lager-Kommissionierung, Auslastungsplanung der Qualität sowie Service und Werksplanung versorgt
    Ein Knowledge Hub als Basis für die nächsten Use Cases (schematische Darstellung).

    Die nächsten Schritte sind geplant

    Das Produktivsystem läuft inzwischen auf einem eigenen Server beim Kunden, und der Pilot wird auf einen weiteren Standort ausgeweitet. Die Daten liegen erstmals strukturiert vor, und zwar nicht nur die Tabellen aus SAP und PLM: Auch unstrukturierte Inhalte wie Excel-Listen, Bestellungen, Notizen, Teams-Protokolle, Dokumente und Wiki-Seiten fließen in den Knowledge Hub. Darauf bauen die nächsten Use Cases auf: die operative Unterstützung des Lagers bei der Kommissionierung und die Auslastungsplanung der Qualitätssicherung für alle qualitätsrelevanten Teile, abgeleitet aus den Einzelteilen, die geprüft werden müssen. Weil OPAIRS einen eigenen Knowledge Hub aufbaut, werden die Antworten der KI mit jedem abgeschlossenen Projekt besser.

    Referenz auf Anfrage

    Der detaillierte Kunden-Use-Case mit Referenz ist auf Anfrage verfügbar. Vorgestellt wurde er bereits im 9. Webinar „KI Use Cases & Future Skills“ der Plattform Industrie 4.0 Österreich am 22. Oktober 2026, unter dem Titel „Maschinenbau AI-Ready: Transformation eines Produktionsprozesses“: https://plattformindustrie40.at/blog/event/9-webinar-ki-use-cases-future-skills/

    Sie möchten Ihre Projekte ähnlich transparent steuern oder die Referenz anfragen? Schreiben Sie uns: office@opairs-systems.com

    Weitere Insights

    Stilisierte CNC-Fräsmaschine, Spritzgussmaschine und Schaltschrank mit Sensor, über Leitungen mit den Beschriftungen OPC UA, S7, ADS, Modbus und IO-Link an einen Datenserver angebunden, rechts ein Monitor mit Dashboard und Sprechblase – Anbindung cyber-physischer Systeme on-premise
    Architektur

    Cyber-physische Systeme mit OPAIRS®: Maschinen und Sensoren on-premise anbinden

    Bisher hat OPAIRS aus ERP, Dokumenten und Datenbanken gelernt. Mit OPAIRS Connect Machine kommen die Maschinen selbst dazu: Steuerungen, Sensoren und Anlagen liefern ihre Werte über OPC UA, Siemens S7, Beckhoff TwinCAT, Modbus, EtherNet/IP oder IO-Link in eine lokale Datenbank, aus der das OPAIRS® Dashboard und KI-Agenten lesen. Alles läuft im eigenen Haus, ohne Cloud und ohne Verbindung zu externen Diensten.

    Beitrag lesen
    Stilisierter Server-Rack, gestapelte Container, ein Schutzschild mit Häkchen und eine Stückliste mit Lupe in Türkis – Software-Stückliste und Schwachstellen-Überwachung on-premise
    Regulatorik

    OPAIRS SBOM-Scanner: Laufende Schwachstellen- und Lieferketten-Überwachung für den Cyber Resilience Act

    Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen in ihren Produkten innerhalb von 24 Stunden melden – ab Dezember 2027 gilt der Cyber Resilience Act vollständig, inklusive Software-Stückliste. Wer melden soll, muss zuerst wissen, was in der eigenen Software steckt. OPAIRS hat dafür einen Scanner gebaut, der vollständig lokal läuft, laufend mitschaut und nur dann Alarm schlägt, wenn es zählt.

    Beitrag lesen